MAK-1: Neues Werkzeug für die Vegetationsbrandbekämpfung

Langzeit-Retardants: eröffnen neue taktische Optionen

Steigende Temperaturen und trockene Vegetation setzen Feuerwehren zunehmend unter Druck. Mit Langzeit-Retardants wie MAK-1 steht nun ein Mittel zur Verfügung, das Brände nicht nur löscht, sondern die Brandausbreitung bereits im Vorfeld entscheidend verlangsamt. International ist das Verfahren längst Standard, nun kann es auch in Deutschland eingesetzt werden.

Vegetationsbrände werden in Mitteleuropa häufiger und intensiver. Klassisches Löschwasser stößt bei hoher Hitze schnell an Grenzen. Langzeit-Retardants wie MAK-1 setzen an einem anderen Punkt an: Sie verändern die thermische Zersetzung der Vegetation und verhindern beziehungsweise verringern so die Entstehung brennbarer Gase. Beim Kontakt mit Feuer setzen Ammoniumpolyphosphate kühlende Gase frei, beeinflussen die Pyrolyse und bilden eine isolierende Verkohlungsschicht. Dadurch entzündet sich behandelte Vegetation oft nicht oder nur schwach; Feuer breiten sich langsamer aus oder erlöschen ganz.

Retardants werden vor allem im indirekten Angriff eingesetzt, in Form von Riegeln vor einer Feuerfront. Auch präventive Anwendungen sind möglich, etwa zum Schutz von Wäldern, Siedlungen oder Infrastruktur. Das Mittel haftet gut auf Vegetation, lässt sich mit üblicher Feuerwehrtechnik ausbringen und kann mit Verdickern und Farbstoffen versehen werden, um die Abdeckung sichtbar zu machen. MAK-1 wird als Konzentrat geliefert, ist nicht als Gefahrstoff eingestuft, biologisch abbaubar und über Jahre lagerfähig.

Keine Umweltgefährdung bei sachgerechtem Einsatz

Umweltaspekte spielen dennoch eine zentrale Rolle. Die Phosphate in MAK-1 sind nicht toxisch, können aber Gewässer belasten; deshalb gelten Pufferzonen und strikte Abstandregeln. Studien aus Nordamerika und Südeuropa zeigen bei maßvollem Einsatz keine langfristigen Schäden.

In Deutschland existiert noch keine spezifische Norm für Langzeit-Retardants. Der Einsatz richtet sich nach Chemikalien-, Wasser- und Naturschutzrecht sowie nach Abstimmungen mit Behörden. Richtig dosiert und taktisch eingebettet können Retardants ein wichtiges Element moderner Vegetationsbrandstrategien werden, insbesondere dort, wo Wasser knapp oder Gelände schwer zugänglich ist.

Florian Muchow, Dönges GmbH & Co. KG