Brandschutz
Die meisten Brände im Alltag lassen sich mit wenig Aufwand verhindern. Andere Gefahren bringt das Wetter, etwa Hochwasser oder dünnes Eis. Hier finden Sie Tipps der Feuerwehren für typische Situationen im Jahreslauf.
Im Notfall gilt immer: Notruf 112.
Fasching
In der Faschingszeit jagt eine Sitzung die nächste, bis zu den großen Umzügen an den „tollen Tagen“. Damit dabei nichts anbrennt, rät der Landesfeuerwehrverband Bayern:
Deko, Kostüme und Feiern
- Kaufen Sie nur schwer entflammbare Luftschlangen, Girlanden und Dekorationen. Sie erkennen sie am Aufdruck „B1“.
- Verzichten Sie auf Masken und Kostüme aus leicht brennbarem Material wie Papier oder Kunststoff. Originell heißt nicht automatisch sicher.
- Halten Sie Deko von Glühbirnen, Heizstrahlern, Kerzen und anderen heißen Gegenständen fern.
- Stellen Sie Kerzen und Lampions so auf, dass sie im Trubel nicht umgestoßen werden. Lassen Sie sie nie unbeaufsichtigt brennen, erst recht nicht zu später Stunde.
- Stellen Sie genug Aschenbecher auf. Zigaretten glimmen lange nach, und auf dem Boden liegt meist reichlich Konfetti. Aschenbecher nie in den Papierkorb leeren, besser in einen Blecheimer.
- Kennzeichnen Sie Notausgänge deutlich, stellen Sie sie nicht zu und schließen Sie sie während der Veranstaltung nicht ab.
- Halten Sie einen Feuerlöscher oder einen Eimer Wasser bereit.
Beim Umzug
- Auch wenn es um die Bonbons heiß hergeht: Halten Sie Abstand zu den Festwagen.
- Trinken Sie Alkohol in Maßen. Unfälle und Alkoholvergiftungen sind bei Festen der häufigste Grund für Einsätze des Rettungsdienstes.
- Parken Sie so, dass Rettungswege frei bleiben.
- Viele Feuerwehren sichern Umzüge ehrenamtlich ab. Behindern Sie die Einsatzkräfte nicht bei ihrer Arbeit.
Wenn es doch brennt, rufen Sie sofort über den Notruf 112 die Feuerwehr. Je früher sie da ist, desto kleiner bleibt der Schaden.
Weihnachten
Echte Kerzen gehören für viele zu Weihnachten dazu. Ihr Flackern lässt aber gerade Kinder schnell vergessen, wie gefährlich Feuer ist. Erwachsene sollten deshalb mit gutem Beispiel vorangehen.
Jedes Jahr brennt es in Deutschland in der Weihnachtszeit mehrere tausend Mal. Viele dieser Brände ließen sich mit etwas mehr Sorgfalt und einem Rauchmelder vermeiden.
- Stellen Sie Kerzen nicht neben Brennbares wie Geschenkpapier oder Vorhänge und nicht in die Zugluft.
- Kerzen gehören in einen standfesten, nicht brennbaren Halter, an den Kinder und Haustiere nicht herankommen.
- Lassen Sie Kerzen nie unbeaufsichtigt brennen. Unachtsamkeit ist die Brandursache Nummer eins.
- Tannengrün trocknet mit der Zeit aus. Löschen Sie Kerzen an Adventskränzen und Gestecken, bevor sie ganz heruntergebrannt sind.
- Gerade in Haushalten mit Kindern ist am Christbaum eine elektrische Lichterkette mit Prüfzeichen (VDE oder GS) die bessere Wahl.
- Überlasten Sie keine Steckdosen und Mehrfachstecker.
- Wenn echte Kerzen brennen, halten Sie einen Feuerlöscher oder einen Eimer Wasser bereit.
Wenn es brennt
Löschen Sie nur, wenn Sie sich dabei nicht selbst gefährden. Sonst schließen Sie die Tür zum Brandraum, verlassen mit allen die Wohnung und rufen über den Notruf 112 die Feuerwehr.
Rauchmelder schlagen Alarm, bevor sich ein Brand unbemerkt ausbreitet. In Bayern sind sie in Schlafzimmern, Kinderzimmern und Fluren Pflicht. Ein zusätzlicher Melder passt übrigens gut auf den Gabentisch.
Silvester
An Silvester wird das neue Jahr lautstark begrüßt. Dabei passieren jedes Jahr schwere Unfälle: Besonders Hände, Augen und Ohren sind gefährdet, und Raketen setzen immer wieder Dachstühle, Balkone und Scheunen in Brand. Damit die Nacht ein Grund zum Feiern bleibt:
- Zünden Sie Feuerwerk nur im Freien. In geschlossenen Räumen ist es bis auf wenige Ausnahmen verboten.
- Lesen Sie die Gebrauchsanweisung, vor allem bei Raketen.
- Zielen Sie nie auf Menschen oder Tiere. Werfen Sie nichts in oder auf Häuser, durch Fenster oder unter Autos.
- Halten Sie großen Abstand zu Scheunen, Ställen, Schuppen, Strohlagern und Tanks mit brennbaren Flüssigkeiten oder Gasen.
- Halten Sie die eigenen Fenster und Dachluken geschlossen.
- Zünden Sie Blindgänger nie ein zweites Mal an. Löschen Sie glühende Reste ab und entsorgen Sie sie sicher.
- Bauen Sie kein Feuerwerk selbst.
- Lagern Sie Feuerwerk trocken und weit weg von Wärmequellen.
Kinder und Jugendliche
Silvesterfeuerwerk (Kategorie F2) darf nur an Volljährige verkauft werden. Kinder sollten nur Kleinstfeuerwerk wie Wunderkerzen abbrennen, und zwar nur unter Aufsicht.
Eisunfall
Zugefrorene Seen und Weiher laden zum Spazierengehen und Schlittschuhlaufen ein. Wie tragfähig das Eis ist, können Laien aber kaum einschätzen, besonders wenn es taut.
Auf dem Eis
- Nehmen Sie Warnungen und Verbote der Gemeinde ernst. Eis kann seine Tragfähigkeit sehr schnell verändern.
- Gehen Sie nur auf Gewässer, die Sie kennen.
- Dunkle Stellen deuten auf dünnes Eis hin. Auch unter Schnee, an bewachsenen Ufern und an Zu- und Abflüssen ist das Eis oft dünner.
- Knistert oder knackt das Eis, zeigt es Risse oder tritt Wasser aus, betreten Sie es nicht. Sind Sie schon draußen, legen Sie sich flach hin und robben Sie mit ruhigen Bewegungen zum Ufer.
Wenn jemand einbricht
- Wählen Sie sofort den Notruf 112. In drei bis vier Grad kaltem Wasser erlahmen die Muskeln schon nach wenigen Minuten.
- Wer eingebrochen ist, sollte sich am Eis festhalten und versuchen, sich hinaufzuziehen. Bricht das Eis weiter, kann man sich mit Fäusten oder Ellenbogen einen Weg zum Ufer frei schlagen.
- Helfer dürfen sich nicht selbst in Gefahr bringen: mit Leine oder Schwimmweste sichern und nicht zu weit hinausgehen.
- Wer aufs Eis muss, verteilt sein Gewicht mit einer Leiter oder Brettern. Quer über die Einbruchstelle gelegt, erleichtern sie die Rettung. Auch Rettungsringe am Ufer helfen.
- Hüllen Sie Gerettete in warme Decken und wärmen Sie sie langsam auf. Nicht mit Schnee abreiben und keinen Alkohol geben, besser warmen Tee.
Hochwasser
Bei Hochwasser sichern die Feuerwehren Gebäude mit Sandsäcken und mobilen Schutzwänden, verstärken Dämme, fahren Boote und pumpen Keller, Unterführungen und Straßensenken leer. Wer in einem bekannten Überschwemmungsgebiet wohnt, kann selbst viel tun, um Schäden klein zu halten:
- Verfolgen Sie die Pegelstände, etwa beim Hochwassernachrichtendienst Bayern unter hnd.bayern.de, und achten Sie auf Warnungen im Radio oder in Warn-Apps wie NINA.
- Räumen Sie gefährdete Keller und Tiefgaragen frühzeitig.
- Sichern Sie die Heizung, vor allem Öltanks gegen Aufschwimmen und Umkippen.
- Bringen Sie Autos rechtzeitig aus dem Überflutungsgebiet.
- Legen Sie einen Notvorrat an: Trinkwasser, Lebensmittel, Medikamente, Taschenlampe, Radio mit Batterien und wichtige Dokumente.
- Gehen Sie nicht in überflutete Keller. Dort besteht Lebensgefahr durch Strom.
- Sagen Sie Ihren Nachbarn Bescheid und helfen Sie ihnen, wenn nötig.
- Folgen Sie den Anweisungen von Feuerwehr und anderen Einsatzkräften.